Zwischen Stränden, Seebrücken und Naturidyllen verbirgt Usedom auch faszinierende Kulturdenkmäler – die historischen Mühlen. Die bekanntesten sind die Holländermühle Benz und die Bockwindmühle Pudagla. Beide erzählen vom harten Arbeitsalltag vergangener Jahrhunderte und sind bis heute wichtige Symbole der Handwerkskunst auf der Insel.

Warum Mühlen auf Usedom so bedeutend sind

Bevor es moderne Bäckereien und große Mühlenwerke gab, waren Wind- und Wassermühlen die einzige Möglichkeit, Getreide zu mahlen. Auf Usedom, wo Landwirtschaft lange ein zentraler Wirtschaftszweig war, hatten Mühlen eine besondere Bedeutung. Sie sicherten die Versorgung mit Mehl und waren Treffpunkt für Bauern, Händler und Dorfbewohner.

Die Usedomer Mühlen sind nicht nur funktionale Bauwerke, sondern auch architektonische Schmuckstücke, die die Landschaft prägen. Ihre Erhaltung ist wichtig für das kulturelle Gedächtnis der Insel.

Die Holländermühle Benz – Ein Wahrzeichen mit Panoramablick

Die Holländermühle Benz liegt malerisch auf einer Anhöhe und ist schon von weitem sichtbar. Erbaut im 19. Jahrhundert, gehört sie zu den wenigen noch erhaltenen Mühlen dieses Typs auf der Insel. Anders als Bockwindmühlen, bei denen der gesamte Mühlenkörper gedreht wird, bleibt bei einer Holländermühle das Unterteil fest stehen – nur die Kappe mit den Flügeln wird in den Wind gedreht.

Heute dient die Mühle nicht mehr dem Mahlen von Getreide, sondern als technisches Denkmal und Veranstaltungsort. Besucher können die Mühle besichtigen und dabei die aufwendig restaurierte Technik bestaunen.

  • Baujahr: ca. 1830
  • Besonderheit: Holländischer Mühlentyp mit drehbarer Kappe
  • Öffnungszeiten: Saisonabhängig, meist Mai bis Oktober
  • Highlights: Aussicht auf die umliegende Landschaft, Führungen, kulturelle Veranstaltungen

Veranstaltungen in der Holländermühle Benz

Regelmäßig finden hier Konzerte, Lesungen und Ausstellungen statt. Besonders beliebt ist der Deutsche Mühlentag an Pfingstmontag, an dem die Mühle in Betrieb genommen wird und Besucher das Mahlen hautnah erleben können.

Die Bockwindmühle Pudagla – Älteste Mühle Usedoms

Die Bockwindmühle Pudagla ist ein wahres Juwel der Inselgeschichte. Sie gilt als die älteste Mühle Usedoms und stammt vermutlich aus dem 18. Jahrhundert. Der Bockwindmühlentyp ist der älteste europäische Windmühlentyp: Der gesamte Mühlenkasten sitzt auf einem drehbaren Bock und wird in den Wind gedreht.

Die Mühle wurde über die Jahre mehrfach restauriert und ist heute ein beliebtes Ausflugsziel. Besucher können die Technik im Inneren erkunden und erfahren, wie mühsam die Arbeit der Müller einst war.

  • Baujahr: vermutlich um 1750
  • Besonderheit: Vollständig drehbarer Mühlenkasten
  • Öffnungszeiten: Hauptsaison, Führungen nach Absprache
  • Highlights: Historische Mahlanlage, Führungen, idyllische Lage im Achterland

Traditionelle Handwerkskunst

Die Bockwindmühle Pudagla wird heute vor allem für Bildungs- und Kulturzwecke genutzt. Schulklassen und Reisegruppen können hier eine praktische Mühlenschule erleben und sehen, wie aus Getreide Mehl entsteht – ganz ohne moderne Maschinen.

Verknüpfung mit dem Usedomer Achterland

Beide Mühlen liegen im malerischen Achterland, fernab der touristischen Zentren der Kaiserbäder. Eine Radtour zwischen Benz und Pudagla ist besonders empfehlenswert, um beide Bauwerke an einem Tag zu besuchen und gleichzeitig die Natur der Insel zu genießen.

Beliebte Routen:

  • Benz – Pudagla – Neppermin (ca. 12 km, leicht)
  • Rundtour Achterland (ca. 25 km, mittelschwer)
  • Kombination mit einem Besuch des Schlosses Stolpe oder des Wisentgeheges Dargen

Praktische Tipps für Besucher

Beste Besuchszeit: Mai bis Oktober, wenn beide Mühlen geöffnet sind.
Eintritt: Geringer Unkostenbeitrag oder Spende.
Parken: Direkt an den Mühlen oder im Ortszentrum möglich.
Führungen: Besonders lohnenswert am Mühlentag oder bei Gruppenbesuchen.

Fazit: Kulturgeschichte hautnah

Die Usedomer Mühlentradition ist ein oft übersehener Schatz der Insel. Die Holländermühle Benz und die Bockwindmühle Pudagla verbinden historische Technik, Handwerkskunst und landschaftliche Schönheit. Wer Usedom abseits der bekannten Strände entdecken will, sollte sich diese beiden Zeitzeugen nicht entgehen lassen.

Ein Ausflug zu den Mühlen ist eine Reise in die Vergangenheit – und gleichzeitig eine Begegnung mit dem Herz der Inselkultur.

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