Zwischen den Ostseebädern Ückeritz und Bansin liegt ein Ort, an dem die Erdgeschichte auf wenigen hundert Metern erlebbar wird: der Usedomer Gesteinsgarten. Auf einem 300 Meter langen Rundweg sind hier 155 große Findlinge ausgestellt, die die geologische Vielfalt der Region repräsentieren.
Was ist der Usedomer Gesteinsgarten?
Der Gesteinsgarten ist ein Freiluftmuseum der Geologie. Die hier präsentierten Findlinge stammen aus der letzten Eiszeit, als Gletscher riesige Gesteinsblöcke aus Skandinavien und dem Ostseeraum nach Mecklenburg-Vorpommern transportierten. Jeder Stein erzählt seine eigene Geschichte – von vulkanischen Ursprüngen über kristalline Strukturen bis hin zu Sedimentgesteinen, die vor Millionen Jahren entstanden sind.
Die Entstehung der Findlinge
Während der letzten Eiszeiten bedeckten mächtige Eismassen große Teile Nordeuropas. Mit sich führten sie Gesteinsmaterial aus Skandinavien, das beim Rückzug der Gletscher in der heutigen Landschaft liegen blieb. Die größten dieser Steine, sogenannte Findlinge, prägen noch heute Felder, Küsten und Wälder.
Typische Gesteinsarten im Gesteinsgarten
- Granit: Tiefengestein aus erstarrtem Magma, oft rot oder grau gesprenkelt.
- Gneis: Umgewandeltes Gestein mit charakteristischer Bänderung.
- Sandstein: Aus verfestigten Sandablagerungen entstanden.
- Basalt: Dunkles Vulkangestein, das schnell an der Oberfläche erstarrte.
Der Rundweg – 300 Meter Erdgeschichte
Der Rundweg im Usedomer Gesteinsgarten ist übersichtlich, barrierearm und informativ. Entlang des Pfades sind die 155 Findlinge so angeordnet, dass Besucher die unterschiedlichen Gesteinsarten und ihre Herkunft kennenlernen können. Informationstafeln erklären Entstehung, Alter und Besonderheiten der Steine.
Besucher können den Rundweg in etwa 20 bis 30 Minuten gemütlich abschreiten – perfekt für einen Zwischenstopp bei einer Fahrradtour entlang der B 111.
Geologie zum Anfassen – ideal für Familien und Schulklassen
Der Gesteinsgarten ist nicht nur für Geologen interessant, sondern auch für Familien und Kinder. Hier darf man die Steine berühren, ihre Strukturen ertasten und sehen, wie vielfältig die Natur sein kann. Viele Schulklassen nutzen den Garten für Exkursionen, um geologische Grundlagen anschaulich zu vermitteln.
Besondere Highlights
- Der größte Findling: Mehr als zwei Meter hoch und mehrere Tonnen schwer – ein imposanter Granitblock aus Südschweden.
- Fossilien im Stein: Einige Kalksteine enthalten versteinerte Muscheln und Korallen.
- Blick in die Vergangenheit: Tafeln zeigen die Wanderwege der Gletscher und deren Einfluss auf die heutige Landschaft.
Herkunft der Steine – eine Reise durch Skandinavien
Jeder Findling im Usedomer Gesteinsgarten ist mit einer kleinen Plakette versehen, auf der seine geographische Herkunft angegeben ist. Viele stammen aus Südschweden, Finnland oder Norwegen. So wird der Rundgang zu einer kleinen Reise durch den Norden Europas – ohne die Insel Usedom zu verlassen.
Ein Projekt zur Bewahrung der Naturgeschichte
Der Gesteinsgarten wurde mit Unterstützung von Geologen, Naturschützern und der Gemeinde errichtet, um das geologische Erbe der Region zu bewahren und erlebbar zu machen. Er ist frei zugänglich und kann das ganze Jahr über besucht werden.
Standort und Anreise
Der Usedomer Gesteinsgarten befindet sich zwischen den Seebädern Ückeritz und Bansin, nahe der B 111. Er ist sowohl mit dem Fahrrad als auch zu Fuß leicht erreichbar. Parkplätze befinden sich in der Nähe.
Adresse: Gesteinsgarten Usedom, ca. 2 km östlich von Ückeritz Richtung Bansin.
Tipps für Besucher
Beste Besuchszeit: Frühling bis Herbst, wenn die Informationstafeln gut lesbar und die Wege trocken sind.
Mitbringen: Kamera, festes Schuhwerk, evtl. Lupe für Details.
Kombination: Ideal zu verbinden mit einem Besuch der Ostseebäder Ückeritz oder Bansin.
Fazit: Erdgeschichte hautnah
Der Usedomer Gesteinsgarten ist ein verstecktes Highlight für Natur- und Geschichtsinteressierte. Auf kompaktem Raum bietet er einen faszinierenden Überblick über die geologische Vielfalt Nordeuropas. Ob als kurzer Ausflug, Bildungsstation oder Fotomotiv – dieser Ort zeigt eindrucksvoll, wie spannend Steine sein können.
Wer hier entlanggeht, wandert nicht nur 300 Meter – sondern durch Millionen Jahre Erdgeschichte.