Usedom ist nicht nur eine Sonneninsel – sie ist auch ein Paradies für Vogelbeobachter. Besonders majestätisch: der Seeadler. Mit einer Flügelspannweite von bis zu 2,50 Metern gleitet er lautlos durch die Lüfte. Wer auf Usedom unterwegs ist, hat mit etwas Geduld und dem richtigen Know-how gute Chancen, diesem beeindruckenden Greifvogel in freier Wildbahn zu begegnen.

Warum Usedom ein Hotspot für Seeadler ist

Usedom zählt zu den vogelreichsten Regionen Deutschlands. Die Mischung aus Bodden, Seen, Wäldern, Mooren und Ostseeküste schafft ideale Lebensbedingungen für viele Vogelarten – und eben auch für den Seeadler. Besonders entlang des Peenestroms, im Achterland und rund um das Stettiner Haff sind die Chancen hoch, einen Adler zu entdecken.

In der Region leben mittlerweile über 30 Brutpaare, die hier Jahr für Jahr erfolgreich Nachwuchs großziehen. Die Nähe zu ungestörten Brutplätzen und das reichhaltige Nahrungsangebot machen die Insel zu einem bevorzugten Revier.

Wann ist die beste Zeit für Seeadler-Beobachtungen?

Grundsätzlich lassen sich Seeadler das ganze Jahr über auf Usedom beobachten. Besonders gute Chancen bieten sich jedoch in den Wintermonaten, wenn die Bäume kahl sind und die Adler häufig auf Nahrungssuche unterwegs sind. Auch der Frühling, wenn die Tiere ihre Jungen versorgen, ist eine spannende Zeit.

  • Winter: Hohe Sichtbarkeit, da weniger Laub. Viele Adler jagen im offenen Gelände.
  • Frühling: Balzzeit und Brutgeschäft. Beeindruckende Luftspiele zur Revierverteidigung.
  • Sommer: Jungtiere beim ersten Flug beobachten.
  • Herbst: Gute Beobachtungen bei abendlichen Jagdflügen.

Die besten Orte für Seeadler-Watching auf Usedom

Du möchtest auf eigene Faust losziehen? Hier sind die Hotspots mit besonders hoher Sichtungschance:

1. Usedomer Winkel und Anklamer Stadtbruch

Im südwestlichen Teil Usedoms liegt ein Naturschutzgebiet, das als Eldorado für Seeadler gilt. Beobachtungstürme bieten fantastische Ausblicke über die weiten Schilfflächen. Mit etwas Glück siehst du Adler beim Jagen oder sogar in ihrem Horst.

2. Peenestrom bei Rankwitz

Der Peenestrom ist die Lebensader des Achterlands. Hier kannst du Seeadler bei Bootstouren oder von den Uferwegen aus beobachten. Besonders empfehlenswert sind die frühen Morgenstunden.

3. Inseln Böhmke und Werder im Achterwasser

Diese unbewohnten Inseln dienen den Seeadlern als Rückzugsorte. Sie sind Brut- und Ruheplätze, die aus sicherer Distanz mit Fernglas und Spektiv beobachtet werden können.

4. Naturpark Insel Usedom

Der offizielle Naturpark erstreckt sich über rund 59.000 Hektar. Hier gibt es ausgewiesene Adler-Beobachtungspunkte, Infotafeln und geführte Touren.

Geführte Seeadler-Touren: Mehr sehen mit Experten

Wer keine Erfahrung im Adler-Spotting hat, sollte eine geführte Tour in Erwägung ziehen. Lokale Guides kennen die besten Plätze, wissen, wann die Tiere aktiv sind und wie man sie findet – ohne sie zu stören. Folgende Anbieter sind empfehlenswert:

  • Usedom Birding Tours: Spezialisiert auf Greifvögel, inklusive Seeadler-Safaris im Peenetal.
  • Nationalpark-Touren: Professionelle Naturführer erklären Verhalten, Lebensraum und Schutzmaßnahmen.
  • Kajaktouren auf dem Peenestrom: Lautlos übers Wasser gleiten – ein einmaliges Erlebnis für Naturfreunde.

Bei vielen Touren stehen Spektive und Ferngläser zur Verfügung. Außerdem lernst du, Adler von anderen Greifvögeln wie dem Mäusebussard oder Milan zu unterscheiden.

Tipps für erfolgreiche Adlerbeobachtungen

Damit das Seeadler-Erlebnis auf Usedom ein voller Erfolg wird, hier ein paar bewährte Tipps:

  • Früh aufstehen: In der Morgen- und Abenddämmerung sind Adler am aktivsten.
  • Ruhe bewahren: Laute Stimmen oder schnelle Bewegungen vertreiben die Tiere.
  • Fernglas mitbringen: Ein 8×42 oder 10×50 Fernglas ist ideal.
  • Spektiv nutzen: Wer auf größere Distanzen beobachten will, kommt damit näher heran.
  • Wetter beachten: Bei klarer Sicht fliegen Adler häufiger und höher.
  • Gute Kleidung: Wetterfest, ruhig in der Farbe, bequem – das richtige Outfit macht den Unterschied.

Wichtiger Hinweis: Abstand halten!

Seeadler sind scheue Tiere. Wer sich einem Horst oder einem jagenden Adler zu sehr nähert, riskiert, dass der Vogel gestört wird – schlimmstenfalls gibt er sein Nest auf. Deshalb gilt: Niemals die ausgeschilderten Wege verlassen und immer den empfohlenen Abstand von mindestens 300 Metern einhalten.

Auch Drohnen sind in diesen Gebieten tabu. Sie werden von den Tieren als Bedrohung wahrgenommen und können zu Panikreaktionen führen.

Fotografie-Tipp: Seeadler eindrucksvoll in Szene setzen

Wer den Moment festhalten will, sollte auf ein gutes Teleobjektiv (mindestens 300mm) setzen. Beliebte Motive sind:

  • Adler beim Beuteflug
  • Adlerpärchen am Horst
  • Junge Adler beim ersten Flugversuch
  • Silhouetten im Gegenlicht bei Sonnenaufgang

Für perfekte Fotos empfiehlt sich ein stabiler Standort, etwa ein Beobachtungsturm, sowie viel Geduld.

Fazit: Usedom ist Seeadlerland

Wer Usedom besucht und einen Blick für Natur hat, wird mit unvergesslichen Eindrücken belohnt. Der Anblick eines Seeadlers am Himmel, seine Flugkunst und seine majestätische Erscheinung gehören zu den ganz besonderen Naturerlebnissen – nicht nur für Hobby-Ornithologen.

Tipp: Ergänze dein Erlebnis mit einem Besuch im Informationszentrum des Naturparks Insel Usedom in Crummin – dort gibt es spannende Einblicke in die Welt der Greifvögel, interaktive Ausstellungen und aktuelle Sichtungsinfos.

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