Die Halbinsel Gnitz im Süden von Usedom ist ein echter Geheimtipp – und ihr Naturstrand gehört zu den stillsten und schönsten Orten der Insel. Wer bereit ist, einen kleinen Fußmarsch oder eine Radtour in Kauf zu nehmen, wird mit Weite, Ruhe und ursprünglicher Landschaft belohnt. Der Naturstrand auf der Gnitz ist kein Ort für Massen – sondern ein Refugium für Individualisten und Naturliebhaber.
Wo liegt die Halbinsel Gnitz?
Die Gnitz ist eine langgestreckte Halbinsel am Nordufer des Achterwassers, westlich von Zinnowitz und östlich von Lütow. Sie gehört zur Gemeinde Lütow und ist Teil des Usedomer Achterlandes. Während der Ortsname „Gnitz“ auf Karten auftaucht, kennen nur wenige die ganze Schönheit der Gegend – und noch weniger den Naturstrand, der sich ganz im Süden der Halbinsel versteckt.
Was macht den Gnitz Naturstrand so besonders?
Im Gegensatz zu den klassischen Ostseestränden Usedoms ist der Naturstrand auf der Gnitz komplett unverbaut. Keine Promenade, keine Liegestühle, keine Gastronomie. Stattdessen findest du:
- Sandige, flache Uferbereiche am Achterwasser mit Blick auf das gegenüberliegende Festland
- Wiesen, Binsen und Schilf, durchzogen von Trampelpfaden
- Weitgehend ungestörte Natur mit Vögeln, Wildblumen und urigen Bäumen
- Stille und Einsamkeit, selbst in der Hochsaison
Gerade weil dieser Ort nur zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar ist, bleibt er ein Refugium. Und wer einmal den Sonnenuntergang über dem Achterwasser hier erlebt hat, wird verstehen, warum so viele Besucher von diesem Fleckchen Erde schwärmen.
Wie gelangt man zum Naturstrand auf der Gnitz?
Die Anreise erfolgt über Lütow. Dort kann man entweder im Dorf parken oder direkt am kleinen Naturcampingplatz am Ortsrand. Von dort aus führen ausgeschilderte Wege durch das Naturschutzgebiet zur Südspitze der Halbinsel – dem Gebiet rund um die „Weiße Düne“.
Wegbeschreibung:
- Parkplatz in Lütow oder am Naturcampingplatz
- Fußweg oder Radtour ca. 2–3 km durch lichte Kiefernwälder und offene Wiesen
- Am Ende wartet die „Weiße Düne“ – und direkt dahinter der Naturstrand
Tipp: Wer möchte, kann die Wanderung verlängern und die gesamte Halbinsel umrunden. Die Tour ist etwa 6 km lang und führt durch eine abwechslungsreiche, wildromantische Landschaft.
Was erwartet dich am Naturstrand?
Der Naturstrand auf der Gnitz ist kein typischer Badeplatz – gerade deshalb ist er so faszinierend. Er bietet:
- Flaches Wasser mit leichtem Wellengang – ideal zum Waten oder für Kinder
- Wiesen als Liegeflächen – du brauchst nur eine Decke
- Schilfgürtel und kleine Buchten – perfekt zum Entdecken und Fotografieren
- Viel Ruhe – meist teilst du dir den Ort nur mit ein paar anderen Entdeckern
Auch Angler, Vogelbeobachter und Paddler kommen hier auf ihre Kosten. Der Blick über das glitzernde Achterwasser wirkt gerade in den Abendstunden fast magisch. Die Farben, das Licht, die Stille – all das ergibt ein Naturerlebnis, das du an keinem anderen Usedom-Strand findest.
Die „Weiße Düne“ – das landschaftliche Highlight der Gnitz
Am Südende der Halbinsel erhebt sich die sogenannte Weiße Düne – eine langgezogene, sandige Erhebung mit Blick auf das Wasser. Der feine, fast weiße Sand erinnert an südliche Strände und ist das Herzstück des Naturareals.
Hier kannst du picknicken, den Blick schweifen lassen oder einfach nur sitzen und die Natur wirken lassen. Der Zugang zur Düne erfolgt über Holzstege und Pfade – alles ist bewusst naturnah gehalten.
Flora & Fauna auf der Halbinsel Gnitz
Die Gnitz gehört zum EU-Vogelschutzgebiet „Südspitze Gnitz“. Dementsprechend wichtig ist Rücksichtnahme. Der Lohn: seltene Vögel wie der Rotschenkel, Kiebitz oder der Wiedehopf lassen sich hier beobachten – mit Fernglas oder bloßem Auge.
Auch Seeadler und Fischotter gehören zu den stillen Bewohnern der Region. Im Sommer blühen Wildrosen, Sandnelken und Stranddisteln am Wegesrand – ein Eldorado für Naturfotografen.
Ideal für Wanderer, Naturfans und stille Genießer
Ob du mit dem Rad unterwegs bist, eine kleine Wanderung planst oder einfach nur für ein paar Stunden abschalten willst – der Geheimstrand auf der Gnitz ist ideal dafür. Du wirst keine Musikboxen, keine Beachbars und keine Jetskis finden. Dafür:
- Sattes Grün bis ans Wasser
- Natürliche Dünen statt künstlicher Aufschüttungen
- Weite Blicke bis nach Mönchow und zum Usedomer Festland
Und das Beste: Die Halbinsel Gnitz liegt abseits der klassischen Tourismusachsen. Selbst in der Hochsaison ist der Naturstrand hier ein Rückzugsort, der dir Raum lässt – zum Atmen, zum Denken, zum Sein.
Fazit: Der Naturstrand auf der Gnitz – Usedom von seiner schönsten Seite
Die Halbinsel Gnitz und ihr Naturstrand sind ein Geschenk für alle, die sich nach echter Natur sehnen. Hier gibt es keine Animation, keine Tickets, keine Aufregung – nur Landschaft, Licht und Luft. Wer einmal hier war, kommt wieder. Und erzählt es nur den Menschen weiter, die es wirklich zu schätzen wissen.
Tipp: Kombiniere deinen Strandbesuch mit einem Abstecher zum Café in Lütow oder einem Hofladenbesuch in Neuendorf. So lässt sich Naturgenuss und Regionalität perfekt verbinden.