Wie badete man früher an der Ostsee? Warum war ein eigenes Badehäuschen einst ein Statussymbol? Und was haben Kaiser, Künstler und Kurgäste in Zinnowitz hinterlassen? Das Bademuseum Zinnowitz liefert die Antworten – und entführt Besucher in die glanzvolle, kuriose und oft überraschende Geschichte der Badekultur auf Usedom.

Ein Museum für einen ganz besonderen Teil der Geschichte

Im Zentrum von Zinnowitz, einem der traditionsreichsten Seebäder auf Usedom, befindet sich ein echtes Nischenmuseum: das Bademuseum Zinnowitz. Es widmet sich ganz der Frage, wie der Badetourismus an der Ostsee entstanden ist – und wie sich Mode, Medizin, Gesellschaft und Freizeitverhalten im Laufe der Jahrzehnte verändert haben.

Die liebevoll kuratierte Ausstellung ist ideal für alle, die Kulturgeschichte hautnah erleben möchten – und ein echter Geheimtipp für Regentage, Bildungsausflüge und historisch interessierte Urlauber.

Von der Seebad-Gründung bis zum FKK-Trend

Der Rundgang durch das Museum beginnt mit den Anfängen des Badeortes Zinnowitz um 1851. Damals reisten erste wohlhabende Gäste mit der Kutsche an, um „Seeluft zu schnuppern“ und in kaltem Ostseewasser zu kuren – stets begleitet von einem Bademeister und oft mit ärztlicher Empfehlung.

Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich das Baden von einer medizinischen Therapie zur Freizeitaktivität – und das Museum zeigt diesen Wandel anschaulich und interaktiv:

  • Originale Badekarren und historische Badekleidung
  • Fotografien und Plakate aus der Kaiserzeit
  • Modelle von Badeanstalten und Seebrücken
  • Kurbehandlungen und Anwendungen von Sole bis Schlick
  • Der Aufstieg des FKK-Strandes in der DDR

Dabei liegt der Fokus nicht nur auf Zinnowitz, sondern auf der gesamten Badekultur auf Usedom und an der Ostseeküste.

Kuriositäten & Geschichten aus 170 Jahren Badetradition

Das Bademuseum punktet mit einer Vielzahl an Exponaten, die mehr als bloße Objekte sind – sie erzählen Geschichten:

  • Ein Badeanzug aus Wolle, der sich beim Schwimmen mit Wasser vollsog
  • Ein Kurpass von 1899 mit ärztlichem Badevermerk
  • Werbeplakate aus der Weimarer Zeit mit dem Slogan „Sonne, Sand, Seligkeit“
  • Ein Kaiser-Wilhelm-Badehandtuch mit Monogramm

Besonders spannend sind die persönlichen Erinnerungen ehemaliger Gäste, die über Audiostationen abrufbar sind. So entsteht ein lebendiges Bild davon, wie das Urlauben am Meer früher erlebt wurde.

Ein Museum für Groß und Klein

Das Bademuseum Zinnowitz ist kein verstaubtes Archiv, sondern lebendig und familienfreundlich. Kinder können spielerisch entdecken, wie man sich früher umzog (in Badekarren!), wie lange man in kaltem Wasser bleiben durfte (max. 15 Minuten!) und wie sich Baderegeln über die Jahrzehnte veränderten.

Regelmäßige Sonderausstellungen, Mitmachstationen und Ferienaktionen machen das Museum zu einem Ort, an dem Geschichte anfassen erlaubt ist.

Standort, Öffnungszeiten & Tipps für Besucher

Das Bademuseum befindet sich zentral in Zinnowitz – nur wenige Gehminuten von der Strandpromenade und der Seebrücke entfernt.

Adresse:
Bademuseum Zinnowitz
Kirchstraße 4
17454 Zinnowitz, Usedom

Öffnungszeiten:
April – Oktober: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr
November – März: reduziert geöffnet, bitte Website beachten

Eintritt:
Erwachsene: ca. 5 €
Ermäßigt: ca. 3 €
Familienkarte: verfügbar

Eintrittspreise entsprechen dem Stand August 2025, für aktuelle Preise besuchen Sie die Website.

Tipp: Kombiniere den Museumsbesuch mit einem Spaziergang auf der Promenade oder einem Cafébesuch im historischen Zentrum.

Weitere Highlights in der Nähe

  • Seebrücke Zinnowitz – mit Tauchgondel und schöner Aussicht
  • Heimatmuseum Zinnowitz – regionalgeschichtlicher Kontext
  • Kino Zinnowitz – ideal für Schlechtwettertage
  • Bernsteintherme – Thermalbad mit Meerblick

Ideal ist auch die Anreise per Bahn: Der Bahnhof Zinnowitz ist nur etwa 10 Minuten vom Museum entfernt.

Fazit: Ein kleines Museum mit großem Erinnerungswert

Das Bademuseum Zinnowitz ist kein großes Haus mit Millionenbudget – aber ein liebenswertes Juwel voller Geschichte, Kultur und Ostsee-Nostalgie. Wer verstehen möchte, wie Usedom zum Sehnsuchtsort für Generationen wurde, findet hier Antworten – anschaulich, charmant und voller überraschender Details.

Ob als Schlechtwetter-Alternative, Bildungsausflug oder Liebeserklärung an die Badekultur – dieses Museum gehört auf die Usedom-Entdeckungsliste!

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