Zwischen Achterwasser, Feldern und Wiesen liegt ein echter Geheimtipp für Feinschmecker: die Inselkäserei Welzin. Abseits der Touristenströme fertigt ein kleines Team hier nach alten Rezepten handgemachten Käse – aus regionaler Milch, mit viel Geduld und Leidenschaft. Wer das ursprüngliche Usedom entdecken möchte, kommt um Welzin nicht herum.
Ein Dorf, ein Käse, ein Genuss
Welzin ist ein winziger Ortsteil der Gemeinde Rankwitz im idyllischen Lieper Winkel. Hier scheint die Zeit stillzustehen. Und genau das ist der Reiz: fernab von Supermarktketten und industrieller Produktion entsteht in der Inselkäserei Welzin ein echtes Stück Usedom – im wörtlichen wie im kulinarischen Sinn.
Die Käserei wurde in den 1990er Jahren gegründet, als kleine landwirtschaftliche Betriebe nach der Wende neue Wege suchten. Statt auf Masse setzt man hier bis heute auf Qualität, Handarbeit und Regionalität.
Von der Kuh bis zur Käseform: alles regional
Die Milch stammt von regionalen Höfen aus dem Lieper Winkel, wo die Kühe noch auf Weiden grasen dürfen. Verarbeitet wird sie direkt vor Ort – ohne lange Transportwege, ohne industrielle Zwischenstufen. Die Rezepturen orientieren sich an alten pommerschen Käsearten und wurden über die Jahre liebevoll weiterentwickelt.
Das Ergebnis sind halbharte Schnittkäsesorten mit Namen wie:
- „Usedomer Inselkäse“ – mild-nussig, mit natürlicher Rinde
- „Welziner Bockshornklee“ – aromatisch, mit leicht orientalischer Note
- „Salzinsel-Käse“ – mit Meersalz und Kräutern veredelt
- „Rauchinsel“ – über Buchenholz geräuchert
Alle Sorten reifen in Naturkellern und werden regelmäßig gewendet, gebürstet und gepflegt – ganz wie früher.
Einblick in die Käsekunst – Führungen und Verkostungen
Besucher sind in der Inselkäserei herzlich willkommen. Wer möchte, kann an Führungen teilnehmen und den Weg vom Eutermilch-Tropfen bis zum fertigen Laib live verfolgen. Dabei gibt es spannende Einblicke in Themen wie:
- Rohmilchverarbeitung und Pasteurisierung
- Lab, Bakterienkulturen und Reifezeiten
- Naturrinde versus Wachsrinde
- Käsepflege per Hand
Den Abschluss bildet natürlich eine Verkostung der aktuellen Sorten – oft mit selbstgebackenem Brot, regionalem Honig und Most aus der Umgebung. Ein kulinarischer Ausflug mit Tiefgang!
Käse kaufen – direkt vor Ort oder online
Die Produkte der Inselkäserei sind in ausgewählten Läden auf Usedom erhältlich – etwa in Hofläden, auf Wochenmärkten oder in kleinen Feinkostgeschäften. Besonders beliebt ist der Werksverkauf direkt in Welzin, der oft mit persönlicher Beratung verbunden ist.
Auch über den Online-Shop der Käserei kann bestellt werden – inklusive Kühlversand. So erreicht Usedomer Käse inzwischen auch Kunden in Berlin, Hamburg und ganz Deutschland.
Nachhaltigkeit: mehr als nur ein Schlagwort
Die Inselkäserei Welzin setzt konsequent auf ökologische Prinzipien:
- Keine Konservierungsstoffe oder Geschmacksverstärker
- Verpackung in recycelbaren Materialien
- Kurze Transportwege und regionale Lieferanten
- Regenerative Energie für Kühlung und Reifekeller
Das macht den Käse nicht nur lecker, sondern auch ethisch vertretbar – und stärkt die regionale Wertschöpfung auf Usedom.
Verknüpfung mit anderen Ausflugszielen
Die Inselkäserei lässt sich perfekt mit anderen Highlights im Lieper Winkel kombinieren:
- Wiesenstrand bei Grüssow – Picknick mit Käse direkt am Wasser
- Quilitz – Spaziergang durch das Reetdachdorf
- Rankwitz Hafen – frischer Fisch + Käse = Ostsee-Duo
Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, kann die Welziner Käserei als kulinarisches Etappenziel einplanen – ideal auf Rundtouren durch den Naturpark Usedom.
Fazit: Kleine Käserei, große Wirkung
Die Inselkäserei Welzin ist weit mehr als nur ein Produzent von Molkereiprodukten. Sie ist ein Symbol für echtes Handwerk, für nachhaltigen Genuss und für den Mut, in einer globalisierten Welt einen anderen Weg zu gehen.
Wer Usedom nicht nur sehen, sondern schmecken will, sollte hier unbedingt Halt machen. Ob im Hofverkauf, bei einer Führung oder einfach beim Frühstück im Ferienhaus – Inselkäse aus Welzin bringt ein Stück Authentizität auf den Teller.
Und wer weiß: Vielleicht wird ja der nächste Lieblingskäse nicht aus der Schweiz oder Frankreich stammen – sondern aus dem Lieper Winkel.